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„Hänneschen“ feiert Jubiläum

Puppenspieler Jacky von Guretzky-Cornitz feiert 40-jähriges Jubiläum „em Hännesche“


„Ich hätt jähn e Pomerillche“ (Limonade), war der erste offizielle Satz, den Jacky von Guretzky-Cornitz im Hänneschen gesprochen hat.
Da war er noch nicht et „Hänneschen“. Sondern einer der Quiz-Kandidaten in dem Stück „Dat Offenbach-Fess vum Greechemaat“. Das war 1980.
In dem Jahr durfte der 20 Jahre alte Jacky, zu dem Zeitpunkt eigentlich noch bei der Bundeswehr, aber in jeder freien Minute im Theater zu finden, auch in dem Kinderstück „Dä Haupgewinn“ von Gabi Amm mitmischen. „Ich war der Bubi Puddingpulver“.

Vor seiner Bundeswehrzeit arbeitete von Guretzky-Cornitz im Rechenzentrum der Landesfinanzverwaltung in Düsseldorf. Dahin zog ihn aber nach Dienstende nichts mehr. Er wollte zum Hänneschen. Während er zunächst nur so reinschaute und wissbegierig alles in sich aufsog, konnte er ab dem 1. April 1981 mit Fug und Recht und vor allem mit Vertrag sagen, „Jetzt gehöre ich zum Hänneschen“. Damit erfüllte sich ein lang gehegten Wunsch, der schon in der Kindheit entstanden ist. „Ich war von dieser Art Puppenspiel total fasziniert“, sagt der heute 61-Jährige.

Schon als Jugendlicher begann er, sich seinem Traum zu nähern. Er baute sich ein Marionetten-Theater und spielte in der Stadtbücherei am Alteburger Wall eigene Stücke. Nur so zum Spaß. In der Pfarrsitzung von St. Maternus kletterte er in de Bütt. Zusammen übrigens mit Marita Köllner, heute auf Kölns Karnevalsbühnen als „Fussich Julche“ daheim. „Ich habe auch schon immer gern gesungen“, erzählt Jacky. Auch er erinnert sich voller Dankbarkeit an Hans Bedbur. Der ausgebildete Opernsänger weihte ihn beispielsweise in die Geheimnisse von Atemtechnik und Stimmbildung ein.

Zu der Figur des „Hänneschen“ kam Jacky von Guretzky-Cornitz schon recht früh. Es muss Anfang der 80-er Jahre gewesen sein, da brach sich der etatmäßige Hänneschen-Spieler, Hans Axler, den Arm und Jacky musste in dem Stück „Miss Colonia“ einspringen. Das klappte so gut, dass fortan Axler und Jacky das Hänneschen in einer Art Job-Sharing spielten. Axler abends, Jacky im Kinderstück.
Seit etlichen Jahren sind Jacky und et Hänneschen unzertrennlich. Außerdem rückt er seine Kollegen ins rechte Licht. Er kümmert sich nämlich um die Lichttechnik im Theater.

Fast hätten wenige Zentimeter zwischen dem Hänneschenbegeisterten und seinem Glück gestanden. Da die Spieler bekanntlich nicht über 1,80 Meter groß sein dürfen, weil sie sonst die Britz überragen würden, wurde es bei Jacky um ein Haar kritisch. Aber er entschloss sich dann doch, bei 1,79 Meter mit dem Wachsen aufzuhören.

Die Intendantin Frauke Kemmerling kennt und schätzt Jacky seit Anfang der 90er Jahre:
„Ich kenne Jacky als Hänneschen jetzt 28 Jahre. Seine Stimme IST das Hänneschen, seine Puppenführung kunstvoll und berührend. Ich gratuliere ihm von ganzem Herzen zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum.“
Und weiter: „Jacky ist unser bester und erfahrenster Puppenführer und gibt seine Erfahrung unter anderem auch im Puppenführungsunterricht weiter. Denn diese Kunst kann nur hier im Theater erlernt werden und ist eine großes Gut!“

Herzlichen Glückwunsch, lieber Jacky!