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GESCHICHTE

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1802 wurde das Hänneschen-Theater gegründet und erlebte im Laufe der Jahre Höhen und Tiefen.

Der Begründer des Hänneschen, Johann Christoph Winters, wurde 1772 in Bonn geboren und war gelernter Schneidergeselle.

Da ihn sein Beruf recht mäßig ernährte, war er im Sommer Anstreicher und im Winter versuchte er sich mit 'Krippenspiel' in Köln über Wasser zu halten.

Im November 1803 erbat Winters - wie auch schon vorher - in einem Brief an den Kölner Bürgermeister die Genehmigung "...ein Krippenspiel für kleine Kinder anzustellen."


Ähnliche Schreiben folgten in den nächsten Jahren viele, da die Stadt die Erlaubnis stets nur vorläufig und befristet ausstellte.

Winters argumentierte gegenüber der Stadt, bei ihm im Theater gehe es "so still zu, als wäre man in einer Kirche". Das Rauchen und Gezanke werde unterbunden, damit die Kinder keine Anleitung zu schlechtem Verhalten hätten.

Diese Äusserungen waren wohlbedacht. Die Vorläufer der Puppenspiele waren die beliebten "Christkrippenspiele", die sich im Laufe der Zeit zu nicht immer allzu frommen "Kreppchen" gewandelt hatten, die bei der Obrigkeit mit nur begrenztem Wohlwollen beobachtet wurden. ...

Im Laufe seines zunehmenden Erfolgs hatte es Winters nicht immer leicht sich gegen Konkurrenz durchzusetzen.
Einer seiner Kontrahenten sollte einmal berühmt werden, es handelte sich dabei um Franz Andreas Millewitsch (später Millowitsch), der sich als geschickter und phantasievoller Puppenspieler erwies und nach dem Tode Winters versuchte, ein zweites Puppenspiel zu installieren.

1894 erfolgte die Wandlung des Theaters der Familie Millowitsch in ihr noch heute so beliebtes Menschentheater.

Winters Bühne gedieh und festigte ihren Ruf. Schon beim ersten offiziellen Karnevalszug 1823 war das Hänneschen vertreten und diese Verbindung hielt bis in die heutige Zeit in vielfältiger Weise. 1862 starb Winters und es entbrannte ein heftiger Streit um die rechtmäßige Nachfolge.

Peter Josef Klotz, verheiratet mit einer Enkelin Winters übernahm das Theater und verlegte seinen ursprünglichen Sitz von der Mauthgasse zur Glockengasse 13.

Noch im selben Jahr starb Klotz und seine Witwe führte es - und das war auch für das Hänneschen unter Christoph Winters nichts ungewöhnliches - an ständig wechselnden Spielorten weiter.

Von der Lintgasse ging es zur Straße Aufm Himmelreich, dann Auf der Aar (Heumarkt), Blindgasse 44 (bei Klein St. Martin), zur Wahlengasse, zur ...

Maximenstraße 32, zur Weißbüttgengasse 8, in die Wehrgasse 1 und zur Mauthgasse. So der Historiker Dr. Max-Leo Schwering.

Die Witwe Klotz war eine geborene Königsfeld. Und etliche Nachkommen aus den Familien Klotz und Königsfeld spielten im Kölner Raum und darüber hinaus Hänneschen-Theater.

1919 verstarb die letzte Angehörige der Familie Winters (damals war das Hänneschen in der Sternengasse). Der Heimatverein Alt Köln und der Kölnische Geschichtsverein unternahmen den Versuch, das Theater zu retten.

Doch erst 1925 wurde schließlich eine 'Kommission zur Wiederbelebung der Kölner Puppenspiele' gegründet und am 9. Oktober 1926 öffnete das Hänneschen-Theater als 'Puppenspiele der Stadt Köln' in der Sternengasse seine Pforten.

Spieleiter war Fritz Danz und nach seinem Tod 1933 folgte Hans Berschel. Zwölf Jahre war das 'Rubenshaus' in der Sternengasse Nr. 10 Spielstätte der Knollendorfer Sippschaft. Am 29. Juli 1938 wechselte das Spiellokal zum neu geschaffenen Eisenmarkt.

Die neue zentrale, gleichzeitig aber ruhige Lage bescherte den Puppenspielern erheblich verbesserte Bedingungen.

Den Umzug nutzte der damalige Verwaltungsdirektor der städtischen Bühnen, Hans Molitor, zu einem legendären Spektakel. ...

Der kölsche und damit beinahe karnevalistische Umzug verlief, begleitet von einer vieltausendköpfigen und begeisterten Zuschauerschaft, durch die halbe Stadt und geriet zu einem kölschen Volksfest ohne Beispiel.

Schon am nächsten Tag wurde der Spielbetrieb im neuen Haus aufgenommen mit 'Kreppchesmächer', einem Stück von Jupp Squenz.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Hänneschen-Theater mit großen Teilen Kölns - insbesondere der Altstadt - buchstäblich ausradiert.

Der Spielbetrieb wurde eingestellt. Am 7. September 1948 nahm das Hänneschen nach den Wirren und der ungeheuren Zerstörung des Weltkrieges den Spielbetrieb erneut auf - und zwar übergangsweise im Hörsaal I der Universität.

Bis auf einige Puppen, die in der Garderoben-Inspektion aufbewahrt worden waren, war alles zerstört und verbrannt.

Der Bildhauer Willi Müller schnitzt neue Figuren, von denen viele heute noch im Einsatz sind. Spielleiter wurde der erfahrene Puppenspieler Karl Funck, der zusammen mit drei Damen des ehemaligen Ensembles die Truppe neu aufbaute.

Nach und nach fanden sich durch den Krieg verstreute Spieler und Musiker zusammen. ...

Das Hänneschen wanderte in die Zülpicher Strae in das spätere 'Lupe'-Haus, nach Mülheim ins Ernst-Moritz-Arndt-Haus, nach Vogelsang und dann auch sehr lange in den Klettenberger Brunosaal.

Da die Pfarre St. Bruno den Saal aber selbst wieder benötigte und das Hänneschen ein Jahr lang heimatlos war, endete die Odyssee wieder an der angestammten Adresse.

Mehr zur Geschichte und zu den Abläufen im heutigen Hänneschen Theater erfahren Sie in "Hinger d'r Britz", einem Buch des Fördervereins des Kölner Hänneschen-Theater e.V., das Sie im Foyer des Hänneschen-Theaters erwerben können.

Stefan Volberg und Hansherbert Wirtz, Hinger d'r Britz